Hoffnung?

Langsam erwachen wir. Unser Wunschtraum von einer Demokratie, die uns zwar nicht perfekt, aber zumindest als das kleinste aller Übel erschien, ist geplatzt. Die teuflische Elite macht sich kaum noch die Mühe, ihre tyrannische Fratze hinter der Maske der freiheitlichen Grundordnung zu verbergen.
Wolfgang Rosner erkennt dank nüchterner Berechnung, dass ehrliche Arbeit kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg ist. Nicht in Landwirtschaft und Handwerk, nicht als selbständiger Dienstleister und schon gar nicht als „abhängig Beschäftigter“:

17/12/2010 um 21:41

“ … Ein Rechenexempel, das mir vor knapp 2 Jahren selber die Augen geöffnet hat:

Jeder Landwirt, der von seinem Hof auf Dauer eine Familie ernähren möchte (wie Generationen über Jahrhunderte vor ihm), muß dazu heute ca 100 TDEuro pro Jahr Eigenkapital bilden. Also:
Gewinn
./. Steuer
./. 100 TDEuro p.a. Eigenkapitalbildung
= verfügbar für Privatausgaben.

Ein gut gehender Familienbetrieb in unserer Gegend bringt es vielleicht auf 50 TDEuro Gewinn pro Jahr.
Trotz generationsübergreifender Selbstausbeutung und Drücken des
Privatverbrauches unter Hartz-IV-Niveau bleibt nur die Wahl zwischen

* Tod durch Wachsen: Fremdkapital steigt so lange, bis eine kleine Krise (Wetter, Markt, Gesundheit…) das Genick bricht
* Tod durch Stagnation: Betrieb kann nicht mehr mithalten, da wegen der zunehmend sich verengenden Kosten-Erlös-Schere das Einkommen nicht mehr ausreicht

Aufgrund der hohen Grundstückspreise dauert der Prozeß ca 2 Generationen und wird von den meisten Landwirten, die sich selbst als “zukunftsfähig” einstufen, nicht wahr genommen (vgl. Gleichnis vom gekochten Frosch).

Ende des Liedes:
Ausverkauf der Lebensgrundlage = Nahrungssouveränität des Volkes (selbst wenn uns der einzelne Bauer/Familie egal sein möge) an das Großkapital.

Ich vermute mal, daß Familienbetriebe in anderen Branchen (Handel, Handwerk, Freiberufler…) oft in einer ähnlichen Situation stecken.

Zitat meines Prof in der BWL-Vorlesung:
“Eigentlich ist es ja unfair, daß der Landwirt seine Eigenkapitalbildung versteuern muß, während jeder Arbeiter die Aufwendungen zum Erhalt seiner Arbeitskraft als Werbungskosten absetzen kann.”

An dieses Zitat mußte ich mich erinnern, als die Wirtschaftskrise 2008 den Bauern ein ausnahmsweise mal gutes Jahr zu bescheren “drohte”. Die Preise etwa für Weizen an den Börsen waren damals bis auf das “unverschämt hohe” Niveau des Heizwertes angestiegen. Damals stellte sich für die Bauern die Frage, ob man sein Geld lieber zum Finanzamt oder zum Landmaschinenhändler trägt.

Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not?
Sanierung der Eigenkapitalquote?
Das Finanzamt sagt “nein”.

Zur Orientierung habe ich versucht zu ermitteln, welche Eigenkapitalbildung ich denn im langjährigen Mittel bräuchte, um den Betrieb als Hauptquelle für die Ernährung einer Familie zu erhalten. In der Schule hatten wir als Faustzahl 10.000 DM p.a. gelernt. Viele Kollegen arbeiten heute davon ausgehend mit 10.000 Euro p.a.

Also habe ich mich hingesetzt und gerechnet:

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Ausgangspunkt der Überlegung:
Wenn ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb dem Zweck dient, das Einkommen einer Familie zu sichern, ist nach der in den letzten Jahrzehnten unverändert herrschenden Marktlage eine ständige Vergrößerung des Eingenkapitals erforderlich. Unterbleibt diese ganz oder teilweise, lebt der Betrieb von Substanzverzehr und kann die Funktion, eine Familie zu ernähren, nicht mehr auf Dauer erfüllen.

Ermittlung der Geschwindigkeit des Strukturwandels zur Einkommenssicherung:
Bezugsbasis Milchvieh: “Verdopplung des nachhaltig im Vollerwerb existenzfähigen Bestandes allle 20 Jahre”

Beleg am Beispiel:
mein Vater baute 1965 für 10 Kühe, konnte davon nicht leben
-> Aufstockung 1968 auf 20 Kühe; mit 20 ha eigenem Grund
-> 1985: Beratungsempfehlung / typ. Neubaubetrieb: 40 Kühe
-> 2005 80 Kühe (vgl. Empfehlung ALF TIR: “70 Kühe + ein zweites Standbein”)
also sind wir eher zu konservativ

in 1965 ca 20 ha Fläche, die muß proportional mit wachsen

20. Wurzel (2) = 1,035, also 3.5 % jährliches Wachstum (geometrische Reihe / Zinseszins-Rechnung)

Erforderliche Aktiva in ca-Preisen von 2009:
80 Kuhplätze * 10.000 € = 800. 000 € (incl. Nachzucht)
Tiere ca 80 * 1,8 * 1200 = 170.000 €
Fläche 80 ha * 25.0000 € = 2.000.000 €
Maschinenpark pauschal 300.000 €
=> Summe erforderliche Aktiva 3,270 Mio

davon 3,5 % = 114.450 jährlich erforderliche reale Nettoinvestitionen
(zusätzlich zu den Re-Inevstitionen, die durch Abschreibung finanziert und steuerlich berücksichtigt sind,
ohne Berücksichtigung von Mehrpreisen durch technischen Fortschritt, steigende Auflagen etc.)

dieser Ansatz gilt nur bei konstanten Preisen
zzgl. Inflationsausgleich 2 % = 65.400
= 179.850 (1)

also wären 180.000 Europ pro Jahr (!) erforderlich, um das Ziel, den Familienbetrieb nachhaltig als Einkommensbasis zu erhalten, zu erreichen.
Dieser Betrag müßte m.E. als Werbungskosten steuerfrei sein, um eine Gleichbehandlung mit Arbeitnehmereinkommen zu erreichen.

OK, Grund sei spekulativ überbewertet und bildet damit stille Reserven
Selbst wenn ich den Grund weg ließe bräuchte ich
44 450 für Strukturwandel + 25 400 Inflationsausgleich = 69.850, also 70.000 Euro (2)

Ersatzweise: Bewertung des Grundes zu kapitalisiertem Pachtpreis
400 € p.a. / 5 % = 8.000 Euro / ha
* 80 ha = 640.000

davon
3,5 % = 22.400 für Strukturwandel
2 % = 12.800 für Inflationsausgleich
= 35.200 € p.a. für das erforderliche Wachstum der Anbaufläche (3)

(2) + (3) = 105.050 €

Das trifft die gefühlte Realität (mit 140.000 Gewinn käme man anständig über die Runden, d. h . 35.000 Privatentnahme ohne Substanzzehrung) schon recht gut.
Alles darunter zehrt an der Stabilität (Abhängigkeit von Pachtflächen, fehlende Besicherungsbasis, Zins- und Pachtzahlungen drücken Einkommen weiter und erfordern noch schnelleren Strukturwandel etc.)

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Bis zu dem Tag, an dem ich diese Rechnung aufstellte, glaubte ich an das Märchen vom relativen Wettbewerbsvorteil:
Egal in welcher Branche man ist, die besten werden immer überleben.
Dieser Glaube – und damit der Glaube an Leistung, die sich lohnen kann – ist seitdem zerbrochen.

Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich aufgrund der inzwischen recherchierten erdrückenden Indizienlage von einer mehr oder weniger koordinierten internationalen Verschwörung der Hochfinanz gegen die real wertschaffende Bevölkerung aus.

Dieser sind die Rahmenbedingungen (Freihandelshysterie, WTO/GATT, EU, Rohstoffspekulation, Marktreligion) für den Wachstumsdruck zuzuschreiben. Der technische Fortschritt ermöglicht zwar das ständige Wachstum, erzwingt dieses aber nicht.

Damit steht das Großkapital sowohl am Anfang als auch – als Nutznießer der noch immer laufenden Giga-Bailouts – am Ende dieser Wirkungskette. Dazwischen steht das Finanzamt resp. die Gesetze dahinter als Handlanger.

Zugriff auf Agrarflächen als Grundlage der Ernährungssouveränität ist existentiell für das Überleben einer Nation.
Wer das in Frage stellt, möge Jean Ziegler lesen, z. B. “Imperium der Schande”.
Auch der Weltagrarbericht plädiert eindeutig für regionale Subsistenz vs. Welthandelsparanoia.
Ausverkauf der Nahrungssouvernität ist Verrat an den Lebensgrundlagen der Nation – in meinen Augen Hochverrat.
Bei uns mag das überspitzt klingen, aber in weiten Teilen Afrikas, Südamerikas oder in der ehemaligen Sovietunion wird das schon schmerzvoll erfahren.“

Wir haben uns so gern täuschen lassen. Aus Trümmern schufen wir ein Wirtschaftswunder. Fühlten uns im Kalten Krieg wichtig und bedeutsam als letzte Bastion des freien Westens vor dem Eisernen Vorhang. Frieden und Wohlstand, Menschen- und Bürgerrechte schienen gesichert. Die einstigen Sklaven des Frühkapitalismus sonnten sich als freie Arbeiter in ihren scheinbar unantastbaren, umfangreichen Mitbestimmungsrechten.

Es ging uns gut, sehr gut. So gut, dass selbst einigen eingefleischten Linksaktivisten die Forderung nach einer 35 Stunden Woche als übertrieben und maßlos erschien.
Die Mauer fiel ebenso wie der Eiserne Vorhang. Die globalistische Elite sah keinen Nutzen mehr in einer Bundesrepublik als Vorzeige-Erfolgsmodell westlicher Demokratie. Nur solange die Ochsen den schweren Pflug ziehen mussten, wurden sie gut gefüttert und gepflegt. Jetzt werden sie nach und nach geschlachtet. Zuerst die Schwachen und die Kranken, die braucht niemand. Dann die Alten, die kosten ohnehin zu viel. Ihre Rente ist ja bekanntlich nicht die Frucht lebenslanger Arbeit, sie muss von den Jungen, den Aktiven mühsam erwirtschaftet werden. Allerdings sind nicht alle Jungen aktiv, es gibt nämlich weitaus mehr Ochsen als zu bestellende Felder. Und obwohl längst Traktoren die Pflüge ziehen, wird das Angebot an menschlicher Arbeitskraft per Gesetz weiter erhöht, die Lebensarbeitszeit verlängert, Zuwanderung gefördert. Auch eine gute Ausbildung ist kein Garant für die persönliche Zukunftssicherung; unter dem Deckmantel „Facharbeitermangel“ wird die Konkurrenzsituation weiter verschärft. Angebot und Nachfrage regeln den Preis, sinkende Reallöhne sind die zwangsläufige Folge. Ein einfacher Arbeiter kann eine mehrköpfige Familie längst nicht mehr allein ernähren. Das Volk wird wieder zu dem, was es immer war und was es nach dem Willen der Mächtigen auf ewig zu sein hat: Eine willenlose Horde entrechteter Sklaven
Die Zahl der Profiteure des Systems verringert sich täglich, doch die „deutschen Eliten“ wollen es noch nicht wahrhaben. Die Besserverdiener, die Beamten, die Akademiker und allen voran die Politiker, sie alle erweisen sich als eifrige Handlanger des perversen Systems. Noch schnappen sie gierig wie Hunde nach den wenigen Krümeln, die ihnen das Weltherrchen vom großen Kuchens gönnerhaft zuwirft. NOCH – denn die Tage der Wachhunde scheinen gezählt, bald alt und nutzlos ist auch ihre Einschläferung nur noch eine Frage der Zeit.
Ob die Neue Weltordnung noch verhindert werden kann, ich weiß es nicht. Es bleibt nur die Hoffnung, dass über das Internet eine neue Wahrnehmung der Welt entsteht, eine Art kollektives Bewußtsein, eine Form allgemeinen Wissens: Ein Wahrheitsvirus, der sich unaufhaltsam unter den Menschen ausbreitet und sie gegen die Lügen der globalistischen Tyrannei immunisiert.

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Über dorfschreiber

Mich interessiert, was ich nicht wissen soll! Rede- und Meinungsfreiheit sind oberstes Menschenrecht! Gedankenverbrechen gibt es ebensowenig wie Gesinnungsdelikte. Das geschriebene Wort ist keine Handlung, keine Tat, selbst wenn es andere dazu auffordert. Allein und ausschließlich der Leser trägt für sein Handeln, für den Umgang mit dem Gelesenen die Verantwortung. Dennoch gibt es Grenzen, auch bei der Meinungs- und Redefreiheit: Menschlichkeit und Anstand! Daran sollte sich jeder Schreibende halten, darum bemüht sich immer auch der "Dorfschreiber". https://dorfschreiber.wordpress.com/
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