Randnotiz zum „Tag der Befreiung“: Zum Nazi verdammt!

Die Beziehung des Dorfschreibers zu Amerika bzw. den USA ist auch eine persönliche. Mein Urgroßvater, zweiter Sohn eines Gutsbauern und somit ohne Erbanspruch, schwängerte meine Urgroßmutter, die auf dem Hof als Magd arbeitete. Er entzog sich allerdings seiner Verantwortung, ließ sie mit einem „Bastard“, meinem Großvater, allein zurück, und wanderte Anfang des 20ten Jahrhunderts nach Amerika aus, wo sich seine Spur verlor.

Der Schwager meines Opas, also der Bruder meiner Großmutter väterlicherseits, verließ Deutschland in den frühen 1920er Jakhren, um sich in Los Angeles niederzulassen. Einige meiner Vorfahren lebten also in dem Staat, der heute meint, die Welt regieren zu müssen.

Meine Großmutter hoffte ihr Leben lang, ihren geliebten, großen Bruder noch einmal wiederzusehen. In den Siebziger Jahren war es endlich soweit: nach 50 Jahren Briefverkehr (der leider nicht mehr erhalten ist) flog sie in die Staaten und besuchte ihren so lang vermissten Bruder. Drei Tage verbrachte sie bei ihm. Die beiden schwelgten in Erinnerungen und sangen auch gemeinsam alte deutsche Heimaltlieder, die sie auf Kassette aufnahmen….  Am vierten Tag ihres Besuches erhängte sich ihr Bruder Wilhelm, bzw. William, meine Oma hat jedoch nie mit mir über die genauen Umstände gesprochen…

Wie dem auch sei, als Deutscher hatte Wilhelm alias William Credo wähend des WWII sicher kein leichtes Leben in Kalifornien, wie dem folgenden YouTube-Beitrag „Zum Nazi verdammt“ zu entnehmen ist. Natürlich rechtfertigt Unrecht kein anderes Unrecht! Es geht auch nicht um irgendeine Form der Aufrechnung, nein, um es mit den Worten von Andreas Popp zu sagen: “ Es geht darum, den Dreck ein wenig gleichmäßiger zu verteilen“.

Letztlich sind wir alle nur Menschen auf dieser einen Erde, meint jedenfalls

Euer Dorfschreiber

und hofft, irgendwann mal etwas über den „amerikanischen Teil“ seiner Familie in Erfahrung zu bringen.

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Über dorfschreiber

Mich interessiert, was ich nicht wissen soll! Rede- und Meinungsfreiheit sind oberstes Menschenrecht! Gedankenverbrechen gibt es ebensowenig wie Gesinnungsdelikte. Das geschriebene Wort ist keine Handlung, keine Tat, selbst wenn es andere dazu auffordert. Allein und ausschließlich der Leser trägt für sein Handeln, für den Umgang mit dem Gelesenen die Verantwortung. Dennoch gibt es Grenzen, auch bei der Meinungs- und Redefreiheit: Menschlichkeit und Anstand! Daran sollte sich jeder Schreibende halten, darum bemüht sich immer auch der "Dorfschreiber". https://dorfschreiber.wordpress.com/
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3 Antworten zu Randnotiz zum „Tag der Befreiung“: Zum Nazi verdammt!

  1. Pingback: Randnotiz zum ‘Tag der Befreiung’ – Der Film: Zum Nazi verdammt! « lupo cattivo – gegen die Weltherrschaft

  2. dorfschreiber schreibt:

    Conrebbi hat wieder ein neues Video hochgeladen : „Wir sind die, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben“. Er beschreibt darin, wie sich aus den „68ern“ eine ganze „Betreuungsindustrie“ entwickeln konnte – mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten für ein ganzes Heer von SozialpädagogInnen (siehe „Quellen / aktuelle Videos

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