Dorfschreiber-Erlebnisbericht: Die gespaltene Gesellschaft!

Wie Menschen gegeneinander aufgehetzt werden und wer davon profitiert

Der Dorfschreiber-Leserschaft dürfte das Prinzip „divide et impera“ („teile und herrsche“) sicher bekannt sein. Für die­jenigen, die sich mit dieser Thematik bisher noch nicht befasst haben, hier ein kurze Erläuterung (nach Wikipedia):

„Divide et impera (lateinisch für teile und herrsche) ist eine Redewendung, die em­pfiehlt, eine zu besiegende oder zu beherr­schende Gruppe (wie z. B. ein Volk) in Untergruppen mit einander widerstrebenden Interessen aufzuspalten. Dadurch soll erreicht werden, dass die Teilgruppen sich gegeneinander wenden, statt sich als Gruppe vereint gegen den gemeinsamen Feind zu stellen.

Die Redewendung ist wahrscheinlich nicht antik, wenngleich die damit bezeichnete politische soziologische Strategie sehr alt und z.B. in der römischen Außenpolitik ohne Zweifel wiederzuerkennen ist.“

Bis in die heutige Zeit wird dieses bewährte Muster erfolgreich angewendet. Bereits die Römer beherrschten auf diese Weise ihr Welt­reich; das gegenwärtige Imperium USA als aktuell weltweit stärkste militärische Macht handelt ebenfalls nach diesem Prinzip, hetzt rund um den Globus verschiedenste politische und religiöse Gruppen gegeneinander auf, schwächt so den „Feind“ und läßt ihn selbst für die eigenen amerikanischen wirtschaft­lichen, politischen und militärstrategischen Interessen kämpfen.

Was in der Weltpolitik funktioniert, findet im kleineren Maßstab ebenfalls erfolgreich Anwendung. Auch national wird divide et impera auf allen Ebenen praktiziert. Die Gesellschaft wird gezielt gespalten in Arm gegen Reich (wobei mit „Reich“ allenfalls „Besserverdienend“ gemeint ist), Frau gegen Mann, Jung gegen Alt, Raucher gegen Nichtraucher, Benziner gegen Diesel (und beide gegen Elektromobile).

Wem nützen diese Spaltungen? Arm gegen Reich etwa verschleiert die massive Umverteilung der Vermögen weg von der Masse hin zu einer winzig kleinen Gruppe wirklich Superreicher. Frau gegen Mann eignet sich hervorragend, um die Gender-Agenda durchzusetzen. Mit Jung gegen Alt lassen sich die in der Vergangenheit so häufigen mißbräuchlichen Griffe in die Rentenkasse elegant tarnen. Nichtraucher gegen Raucher (mittlerweile auch E-Dampfer gegen „Analog“-Raucher) bieten das ideale Argument für die exorbitant hohen Tabaksteuern; ähnliches gilt für die Kfz- und Mineralölsteuer bezogen auf die Spaltung Benziner gegen Diesel, zu der auch die Diskussion um die Maut gehört.

Wir beobachten hierzulande also zahllose Anwendun­gen des „divide et impera“ Prinzips, und nur in den seltensten Fällen geht es dabei um die Interessen der sich gegenüber stehenden Gruppierungen; vielmehr werden auf diesem Weg stets die Ziele der Herrschenden verfolgt und umgesetzt.

Die genannten Spaltungen führten sicherlich zu regen, teils heftigen Diskussio­nen, zu diversen „Hand­greiflichkeiten“ zwisch­en Mann und Frau, brachten ein paar militante Nichtraucher hervor und sorgten für beständige Spannungen.

Der Riss jedoch, der gegenwärtig durch unsere Gesellschaft geht, ist gänzlich anderer Natur. Er hat eine neue hochgefährliche Dimension erhalten, die über Groll und Spannung deutlich hinausgeht:

HASS!

Abgrundtiefer, aggressiver, menschen­verachtender HASS! Damit ist nicht das gemeint, was unsere Qualitätsmedien mit dem Begriff „Wutbürger“ belegten und gleichzeitig zum Unwort erklärten. Es sind auch nicht die zehntausende Unzufriedenen gemeint, die Frau Bundeskanzlerin Doktor Angela Merkel auf ihrer Wahlkampftour durch die Republik begleiteten. Von Ost nach West, von Nord nach Süd, überall in ihrem ach so schönen, bunten Land, in dem doch alle gut und gerne leben, wurde die mächtigste Frau der Welt von ihrem Volk gnadenlos ausgepfiffen, niedergebuht. Immerhin sah sie sich dadurch gezwungen zu handeln und ließ über das Kanzleramt die Medien disziplinieren.

Zwischen der sich auf verschiedenste Weise zeigenden Wut in der Bevölkerung und dem Hass, der sich nun mehr und mehr offenbart, gilt es genau zu unterscheiden. Der Duden http://www.duden.de/ dazu:

Wut, die

Wortart: Substantiv, feminin

  1. heftiger, unbeherrschter, durch Ärger o. Ä. hervorgerufener Gefühlsausbruch, der sich in Miene, Wort und Tat zeigt
  2. Kurzform für: Tollwut

Snonyme zu Wut

Ärger, Aufgebrachtheit, Empörung, Entrüstung, Erbitterung, Erregung, Gereiztheit, Jähzorn, Missmut, Raserei, Tobsucht, Verärgerung, Verdrossenheit, Verdruss, Verstimmung, Zorn; (gehoben) Animosität, Bitternis, Furor, Groll, Hader, Säuernis, Ungehaltenheit, Unmut, Unwille; (umgangssprachlich) Rage; (salopp) Stinkwut

Hass, der

Wortart: Substantiv, maskulin

Hass heftige Abneigung; starkes Gefühl der Ablehnung und Feindschaft gegenüber einer Person, Gruppe oder Einrichtung

Beispiele

  • wilder, blinder, tödlicher Hass
  • kalter Hass schlug ihm entgegen
  • der Hass frisst an ihr
  • Hass bei jemandem [im Herzen] nähren
  • Hass auf/gegen jemanden empfinden, entwickeln
  • sich den Hass der Kollegen zuziehen
  • er tat es aus Hass
  • ihre Liebe schlug in Hass um
  • jemanden mit seinem Hass verfolgen
  • von Hass erfüllt sein

Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

[einen] Hass auf jemanden, etwas haben, kriegen (umgangssprachlich: auf jemanden wütend, über etwas zornig sein, werden: sie hatte Hass auf den Burschen, der ihr die Vorfahrt genommen hatte).

Während die Wut demnach weiblich und eher emotional zu beschreiben ist, ist der Hass männlich, kalt und berechnend.

Hass und Liebe sind untrennbar verbunden als stärkste menschliche Triebfedern überhaupt. Kein Gefühl ist mächtiger, keine Erregung intensiver, als Liebe und Hass es waren, sind und sein werden. Beide können tödlich sein, im folgenden beschränke ich mich allerdings auf den Hass.

Als bodenständiger Schaumburg-Lipper, der zwar seine Heimat erlebt, den Rest der Welt aber fast nur aus dem Netz kennt, bin ich auf dieses Medium zur Informationsbeschaffung angewiesen. Überall läßt sich Hass beobachten, fallen Menschen übereinander her, töten mit Messern, Macheten, Gewehren, Panzern, Bomben, Gift. Dieser Hass zwischen Menschen wird gezielt gesteuert, das Imperium hetzt ganz nach Bedarf religöse, nationalistische oder ethnische Gruppen gegeneinander auf, bewaffnet beide Seiten, inszeniert grausame Kriege…

Über diese Formen des Hasses können andere besser schreiben, mir als Dorfschreiber bleibt das zwischen­menschliche Erleben im Privatbereich. Und gerade hier findet sich der Hass immer häufiger, zeigt sich deutlicher. Die schlimmsten Hasser und natürlich auch und vor allem die Hasserinnen halten sich selbst für gute Menschen, denken sozial, setzen sich für Mitbürger ein. An einem Punkt jedoch ist mit ihnen nicht gut Kirschen essen – wenn sich jemand  als „Rechter“ zu erkennen gibt. Egal wie freundlich es zuvor zwischen solcherlei Zeitgenossinnen und Genossen zuging, wenn patriotische Gedanken geäußert werden, blitzt er reflexartig auf, dieser Hass.

Das Rechte Jobs verlieren? Richtig so, geschieht denen recht! Der Petry den Wagen abfackeln? Die hat es nicht besser verdient!

Dieses und vieles mehr ist eindeutig Hass! Hass auf Andersdenkende. Und diese Hasser merken es nicht einmal. Sie haben eine unüberwindbare Blockade in ihrem Hirn. Sie halten sich für human, sind gegen die Todesstrafe, aber alle Rechten sollten am besten wegsperrt oder gleich mundtot gemacht werden.

Der Hass gegen alles, was als rechts deklariert wird, ist inzwischen grenzenlos. Immer mehr Menschen bekommen ihn gnadenlos zu spüren. Wer öffentlich das System hinterfragt, wird ebenso Opfer dieses Hasses, wie der Gärtner des Altenheims, der es wagt, für die AfD zu werben.

Unterwegs mit der S-Bahn Richtung große Stadt wurde auch der Dorfschreiber Zeuge dieses Phänomens. In der leeren Bahn saß zwei Sitzreihen weiter auf der gegenüberliegenden Seite am Fenster eines dieser weiblichen Exemplare, deren Haltung schon auf den ersten Blick erkennbar ist. Wetterjacke, Jeans, ein großer oliver Leinenrucksack, rote Locken, Nickelbrille und natürlich ein Smartphone in der Hand. Der Kontrolleur näherte sich und ich kramte aus meinem Portemonnnai meinen Fahrschein, entnahm noch einen Aufkleber. Die Rothaarige stöpselte sich ab, kramte nach ihrem Ticket und musterte mich auffällig.

Der Schaffner kam, kontrollierte und ging seines Weges, die Nickelbrille schien wieder auf das Smartphone gerichtet und ich begann, mich an meinem Aufkleber zu schaffen zu machen. Die Ecken zu lösen ist für einen Grobmotoriker wie mich natürlich etwas zeitraubend und so entging es meiner Aufmerksamkeit, daß ich die ganze Zeit dabei beobachtet und wahrscheinlich auch gefilmt wurde.

Als ich nämlich bei der Einfahrt in meinem Zielbahnhof den scharz-rot-gelben Aufkleber mit dem Slogan „Bürger entlasten, Energiekosten senken“ (oder so, weiß ich nicht mehr genau) prominent neben dem Aschenbecher platzieren wollte, ertönte aus vier Meter Entfernung entrüstet die geifernde Emmanzenstimme:

„Sie wollen doch da drauf jetzt wohl keinen NPD Aufkleber da draufkleben?“

„Doch,“ antwortete ich wahrheitsgemäß, „aber Sie scheinen etwas dagegen zu haben?“

„Ja, wenn Sie das machen, sage ich dem Kontrolleur Bescheid, darauf können Sie sich verlassen!“

„Dann lasse ich das wohl lieber, es wäre ja auch strafbar und Sachbeschädigung.“

Politisch korrekt zerknüllte ich also das Corpus Delikti unter ihren wachsamen Blicken und warf es in den Aschenbecher, nicht jedoch ohne der mich hasserfüllt Anstarrenden beim Austeigen mutig meine rebellischen Worte entgegen zu schleudern:

„Und das, obwohl ich für absolute Meinungsfreiheit bin!“

Diese Brillenträgerin muß schon äußerst scharfe Augen gehabt haben, um aus der Entfernung das Parteilogo von der Größe einer Euromünze zu erkennen. Sie sah irgendwie aus, wie die Tochter von der Kahane (die hoffentlich keine hat). In jedem Fall war ihr Hass in diesem Moment erstmal gestillt; diesem Möchtegern-Hitler hatte sie es aber mächtig gezeigt. Und wenn ich den Sticker trotzdem angeklebt hätte, wäre ein Video davon jetzt bestimmt schon bei Facebook oder Youtube oder wo auch immer aufgetaucht. Und irgendwann wären sie dann gekommen, hätten johlend mein Fahrrad angezündet, Nazi auf den Zaun geprüht, sich lachend die Hände gerieben, wenn mein Vermieter mir kündigt…

Ich bin übrigens kein Mitglied der NPD oder sonst einer Partei, bin ein keiner Bewegung, keiner Religionsgemeinschaft, keiner Sekte, keinem Verein. Ich bin nur ein kleiner

Dorfschreiber

und grüße aus dem schönen Schaumburg-Lippe

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Über dorfschreiber

Mich interessiert, was ich nicht wissen soll! Rede- und Meinungsfreiheit sind oberstes Menschenrecht! Gedankenverbrechen gibt es ebensowenig wie Gesinnungsdelikte. Das geschriebene Wort ist keine Handlung, keine Tat, selbst wenn es andere dazu auffordert. Allein und ausschließlich der Leser trägt für sein Handeln, für den Umgang mit dem Gelesenen die Verantwortung. Dennoch gibt es Grenzen, auch bei der Meinungs- und Redefreiheit: Menschlichkeit und Anstand! Daran sollte sich jeder Schreibende halten, darum bemüht sich immer auch der "Dorfschreiber". https://dorfschreiber.wordpress.com/
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